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16.06.2020

Hindernisse beseitigen, Transformation vorantreiben

Der „MARKTMONITOR Gebäudesektor“ der dena zeigt, wie sich die Corona-Krise auf den Immobilienbereich auswirkt, benennt aber auch Zukunftschancen.

Bild: Pixabay – webandi

In der Krise liegt, auch wenn nicht sofort sichtbar, immer auch eine Chance. Sogar dann, wenn sie die Dimension der aktuellen Corona-Krise hat. So sieht es zumindest die Deutsche Energie-Agentur (dena). Mit ihrem 16-seitigen „MARKTMONITOR Gebäudesektor“ liefert sie nicht nur eine Bestandsaufnahme für den Immobilienbereich und seine wichtigsten Akteure. Die dena geht auch der Frage nach, welche Herausforderungen und Chancen sich aus der aktuellen Situation ergeben und wie sich bestehende Probleme lösen sowie Impulse setzen lassen.

Wichtig ist das, weil der Gebäudesektor einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann und muss: Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen in diesem Bereich von derzeit 120 Millionen Tonnen auf dann 70 Millionen Tonnen sinken. Das lässt sich nur über hohe energetische Anforderungen im Neubau-Bereich sowie eine deutliche Erhöhung der Sanierungsquote erreichen. Gerade Letzteres ist jedoch in Gefahr, denn die Investitionsbereitschaft vieler Immobilienbesitzer, darunter Wohnungsunternehmen und Kommunen, geht Corona-bedingt zurück.

Auch andere Faktoren wie Personalmangel in Ämtern und Behörden, langwierige, zumeist nicht digitalisierte Genehmigungsprozesse, mangelnde Investitionssicherheit oder knapper werdende Mittel tragen dazu bei, dass die Ziele im Gebäudesektor ins Hintertreffen zu geraten drohen und sich der Sanierungsstau erhöht. Hinzu kommt: Dauerhaft niedrige Preise bei den fossilen Energieträgern sorgen dafür, dass das Interesse an energetischen Sanierungen nachlässt.

Abhilfe lässt sich nach Ansicht der Deutschen Energie-Agentur durch einen Mix an Maßnahmen schaffen. Dabei sieht die dena nicht zuletzt aufgrund des Klimaschutzpaketes sowie der aktuelle Konjunkturpakete grundsätzlich gut aufgestellt, weil in beiden der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzaspekt verankert ist.

Als probate Mittel, um den Gebäudesektor auf Kurs zu halten, betrachtet die dena angemessen ausgestattete und langfristig gesicherte Förderprogramme – Austauschprämien für Ölheizungen, Förderungen für Energieberatungen, Programme für energetisches Sanieren oder auch verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten –, die gezielt Anreize für energetische Maßnahmen setzen. Darüber hinaus dringt die Deutsche Energie-Agentur darauf, dass Bau-, Planungs- und Sanierungsprozesse verstärkt digitalisiert und damit beschleunigt werden Kommunen sind nach ihrer Ansicht aufgefordert, ihre Vorbildfunktion zu erfüllen und Investitionen, zum Beispiel in den Gebäudebestand und die digitale Infrastruktur, zu erhöhen, statt sie krisenbedingt zu verschieben. Da die Städte dies aus eigener Kraft nicht stemmen können, sieht die dena hier Bund und Länder in der Pflicht, diese finanziell zu unterstützen.

Den gesamten Bericht finden Sie hier

 

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